Eine Ode an den Ironman oder: Papas Hobbys – die Frau eines Triathleten

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Die wirkliche Veränderung bei uns zu Hause bemerkte ich nach unserem Umzug   in eine größere Wohnung. Plötzlich kam mein Mann nach Hause und präsentierte mir stolz ein überdimensioniertes Poster darauf ein Wandkalender der unser Büroschmücken sollte, „als Trainingsplan“. Akribisch zerschnitt er bunte Post-Its und  klebte Trainingseinheiten an die passenden Tage – für das nächste halbe Jahr. Am nächsten Morgen als ich an meinem Schreibtisch saß und nichtsahnend meine Arbeiten schreiben wollte, staunte ich nicht schlecht: so sollte also unser nächstes halbes Jahr aussehen? Trainingseinheiten von mehreren Stunden an Wochenenden und Abenden – in unserer spärlich angesiedelten Zeit als Familie oder Paar.

Sport machte der Mann schon als ich ihn kennenlernte, klar, drei bis fünf mal die Woche laufen und ein bisschen Krafttraining. Doch vor ein paar Jahren begann er sich immer ehrgeizigere Ziele zu stecken. Erst war es ein Marathon, der zwar überwunden wurde aber das Ergebnis nagte am Ehrgeiz, also noch ein Marathon, ein bis zwei Halbmarathons als Trainingsläufe. Und nun wurde das laufen allein zu langweilig, Triathlon war also das Mittel der Wahl gegen die Langeweile. Das Ziel: Der Ironman. Inzwischen heißt es also nicht nur mal hin und wieder laufen sondern auch nur Rad fahren und ordentlich Bahnen schwimmen.

Ich mag es wenn der Mann viel Sport treibt denn er ist viel ausgeglichener. Doch  dieses Pensum verlangt unserer Familie neben inzwischen zwei Jobs, Kita und all den alltäglichen Wahnsinn einiges ab. Das Kind weiß wenn Papa nicht zu Hause ist,ist er entweder „arbeiten“ oder „laufen“ (was gleichzusetzen ist mit den anderen Sportarten in ihrem Wortschatz), zwei Wörter die sie ziemlich schnell nach „Mama“, „Papa“ und „mehr“ beherrschte. Für mich heißt es meine Termine nach einem Trainingsplan zu koordinieren und am Wochenende Kind und Kegel zu Rennstrecken zu manövrieren, um neben dem ganz normalen Wahnsinn ein bisschen teilzuhaben an Papas Wahnsinn . Spontanität gibt’s nur wenn da nicht gerade geschwommen, gelaufen oder geradelt wird. Aber so anstrengend es auch ist, desto mehr liebe ich diese Familie und die Energie, die sie mir abverlangt. Am Ende hab ich im letzten Jahr auch noch ganz von allein die letzten Babypfunde verloren, aber nicht etwa weil des Mannes Rennerei mich dazu motiviert hätte meine guten alten Schmöker beiseite zu legen und Sport zu treiben, sondern weil meine Verplantheit bei dieser Jongliererei immer wieder dazuführt dass ich im Sprint die Kita erreiche und Dinge im Laufschritt erledigen muss. Der Ironman wirds wohl nicht, aber falls mich nochmal ein Personaler fragt wo meine Belastungsgrenzen liegen: hoch, sehr hoch 🙂

#refugeeswelcome

Das Flüchtlingsthema ist zur Zeit allgegenwärtig und auch mich berührt es immer wieder zutiefst. Diese Woche sind am Münchener Hauptbahnhof Tausende Flüchtlinge angekommen und haben eine Welle an Spenden und Engagement ausgelöst.

Auch wir wollten etwas tun. Also h
abe ich mir die Bedarfslisten der Diakonia für Privatspender angeschaut und habe den Keller und unsere Wohnung nach brauchbaren Sachen durchsucht. Ich habe beschlossen, dass mein Kind keine 10 Malbücher oder 25 verschiedene Pakete Stifte braucht, die sie regelmäßig von Verwandten und Bekannten geschenkt bekommt. Natürlich würden sie irgendwann benutzt aber die Kinder aus Ländern mit Krieg und Elend können sie viel dringender gebrauchen. Ich habe Shampoo und Duschgel zusammen gesammelt und sorgfältig Kleidungsstücke ausgewählt, die dem Wetter und den Bedarfslisten entsprechen. Mir ist aufgefallen wie viel wir einfach haben. Wir hier in Deutschland und Europa haben eigentlich alles und davon immer viel, egal wie viel gejammert wird, vor allem wenn man es mit jemandem vergleicht, der alles zurücklassen musste und nun wirklich nicht mehr hat als die Kleider, die er gerade trägt.FullSizeRender

Unserer Kleinen haben wir erklärt, was ich mache und gesagt, dass andere Kinder sich freuen wenn sie etwas von ihren vielen Sachen abgibt. Sie hat enthusiastisch mit ausgewählt, was wir spenden können.

Heute haben wir uns auf den Weg zur Dachauer Str. gemacht und unsere Kleine war voller Vorfreude, dass sie nun endlich die Sachen anderen Kindern geben durfte. Als wir ankamen, sagte man uns, dass es keine Kapazität für weitere Spenden gäbe. Die Frau mit der ich redete war vollkommen aufgebracht und sprach von einer „Spenden-Hysterie“, die durch die Flüchtlinge am Hauptbahnhof ausgelöst wurde. Sie sagte in München selbst gäbe es gar nicht genug an die sie die Sachen geben könnten. Außerdem hätte man nicht genug Lagerräume. (Ich bin froh, dass so viele Menschen dort ehrenamtlich helfen und bin ihr nicht böse, dass sie ihre aufgestaute Wut in einer leidenschaftlichen Rede an mir ausließ. Aber ich bin etwas enttäuscht von den Verantwortlichen: Sollte es für einen solchen Spendenüberfluss nicht ein zentrales Verteilsystem für alle Flüchtlingsheime in Bayern oder sogar Deutschland geben, sodass nicht nur in München ankommende von der Großzügigkeit der Münchner profitieren?)

Am Schlimmsten an dieser Aktion war aber nicht, dass wir abgewiesen wurden oder dass wir uns irgendwie gefühlt haben als wäre unser Bedürfnis zu helfen falsch, sondern die Reaktion unserer zweijährigen Tochter. Immer wieder hat sie gefragt wo denn nun die anderen Kinder sind und warum wir ihnen unsere Sachen nicht geben können (es war wohl mein Erklärungsfehler, dass sie dachte wir geben den Kindern unsere Sachen direkt in die Hand). Wir haben ihr erklärt, dass die Kinder woanders untergebracht sind und dass diese Annahmestelle keinen Platz mehr hat. Sie hat gefragt wo diese Kinder wohnen auch das haben wir so gut es geht versucht zu erklären. Sie hat gefragt warum diese Kinder in Turnhallen und Zelten schlafen. Wir haben gesagt, dass sie auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind. Sie hat gefragt ob es so ähnlich sei wie als wir umgezogen sind. Ja, ein bisschen. Aber warum haben die Kinder keine Sachen? „Weil sie keine Zeit hatten und keinen Platz um ihre Sachen mitzunehmen.“ „Warum?“ Und weil wir immer versuchen ihr alles so sachlich wie möglich zu erklären, hat der Papa geantwortet: „Weil da wo sie herkommen Krieg ist“ und ich hatte Tränen in den Augen und einen Kloß im Hals und konnte nicht antworten als sie wieder fragte: „Warum?“

Ich bin froh, dass sie mit zwei noch nicht weiß was das Wort „Krieg“ bedeutet aber die Vorstellung, dass so viele Kinder, die in Deutschland ankommen schon mit zwei oder drei genau wissen was das ist, schnürt mir die Kehle zu…

Der Anruf den man niemals kriegen möchte

[Untitled]Samstagabend 21:00 Uhr: Ich sitze friedlich an meinem Schreibtisch und schreibe meine Masterarbeit. Sonst versuche ich Social Media und dergleichen auszublenden, deswegen liegt mein Handy meist in einem anderen Raum – heute liegt mein Handy aus irgendeinem komischen Grund neben mir als auf meinem Display eine fremde Nummer erscheint: „Hallo ihr Mann hatte einen (Fahrrad-) Unfall. Der Krankenwagen ist unterwegs. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut.“ Und dann der Mann selbst: „Mach‘ dir keine Sorgen, Schatz. Alles gut, ich komme nur etwas später nach Hause.“ Dann wieder der fremde Mann: „Ich weiß nicht genau wo wir sind, ich komme nicht aus München.“ Wirre Gesprächsfetzen bis ich herausfinde, dass der Unfall 50 Meter vor unserem Haus passiert ist. Mein Gehirn fährt Achterbahn. Ich kann nicht einfach losstürmen, das Kind liegt im Bett. Ich klingel bei den Nachbarn, die mir im Schlafanzug die Tür öffnen und stammel irgendwas von „Krankenwagen“ und „Unfall“ und „mein Mann“. Die Nachbarn passen auf. Ich renne auf die Straße aber nehme aus einem mir unerfindlichen Grund den Müll mit runter, unten angekommen fühlen sich die 5 Meter bis zur Tonne an wie Quälerei. Ich will zu meinem Mann und zwar JETZT. Ich renne und der Krankenwagen ist schon da. Mein Mann liegt blutend auf der Straße, gerade wird ihm eine Halskrause angelegt. Ich möchte ihn am liebsten sofort drücken, es sieht aber nicht so aus als würde ihm das gerade gut tun. Ich weiß nicht so recht was ich sagen soll. Leute erzählen mir was passiert ist, während er versorgt wird. Er sagt immer wieder ich solle mir keine Sorgen machen. Irgendwann gebe ich ihm einen Kuss. Er ist klar und sagt mir noch was ich mit seinem Fahrrad anstellen soll und, dass er mit einem Taxi nach Hause kommt. Dann fährt der Krankenwagen los – ohne mich, denn ich muss ja zurück zum Kind. Es fühlt sich an wie ein Stich ins Herz nicht neben ihm im Krankenwagen sitzen zu können und seine Hand zu halten oder sonst irgendwas zu tun. Ich stehe mitten auf der Kreuzung, die Polizei nimmt Zeugenaussagen, mein Gehirn schaltet in Notfall-Modus, während meine Kniescheiben wie wild in meinen Beinen zucken. Ich rufe den besten Freund an. Er kommt sofort, aber es kommt mir vor wie eine halbe Ewigkeit. Er passt nun auf’s Kind auf. Ich bedanke mich bei den Passanten, die meinen Mann versorgt haben, gebe der Polizei seine Daten und beruhige die andere Beteiligte, während ich geistig eigentlich im Krankenhaus bin. Ich muss daran denken, was wir ausgemacht haben als unsere Tochter auf die Welt kam – er würde mich keine Entscheidung einfach treffen lassen, er würde mich damit nicht allein lassen, er wäre der klare Kopf für uns beide – für uns alle drei. Ich will jetzt sofort sein klarer Kopf sein! Lasst mich endlich das bekloppte Fahrrad mit nach Hause nehmen! Als sie dann mit unendlichen Messungen fertig waren, renne ich nach Hause, das Gewicht des Fahrrads als ich es die Treppe hochtrage, merke ich kaum. Ich schmeiße ein paar Sachen in meine Tasche, umarme den besten Freund und renne zur U-Bahn. Dabei denke ich die ganze Zeit: Die Krankenwagenmenschen haben gesagt, es wird alles wieder. Es sieht nicht allzu schlimm aus. Die werden’s wohl wissen. Trotzdem renne ich. Wer weiß was bei einer genaueren Untersuchung herauskommt. Noch nie war ich in einem Münchner Krankenhaus und ich renne im Dunkeln die Notausfahrt hoch und stehe vor der Kinderklinik. Panik kommt auf als ich mitten auf dem dunklen Hof der Klinik stehe. Ich zwinge mich tief durchzuatmen. Wieso gibt es eigentlich im realen Leben keine riesigen mit Neonleuchten beleuchteten Schilder auf denen steht „Emergency Room“? Als ich endlich in der Notaufnahme ankomme, höre ich meinen Mann sprechen. Mir fällt ein riesiger Stein vom Herzen. Am Ende stellt sich heraus, die Verletzungen werden alle verheilen. Der Schreck sitzt dennoch tief. Jetzt zwei Tage später schaue ich immer wieder in sein von Schürfwunden und Nähten gezeichnetes Gesicht und habe ein beklemmendes Gefühl, einen Kloß im Hals. Was wäre wenn. Das darf man sich natürlich nicht fragen, trotzdem möchte ich ihn immer wieder fest drücken.

Die „Mommy-Bubble“

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Im Moment befinde ich mich in so einer “Zwischen-Zeit”, nicht richtig Studentin aber auch nicht richtig fertig. Irgendwie würde ich die Zeit gerne vorspulen und sehen was die Zukunft bringt nur damit ich nicht immer das Gefühl mein Kopf bewegt sich achterbahnmäßig mit 180 km/h auf den nächsten Looping vor. Ich wünschte, ich könnte ein Thema für eine kurze Zeit einfach ausknipsen, um mehr Platz für andere Dinge zu haben.

Dieser Wunsch erinnert mich an die Zeit nach Rosalies Geburt und da ich den Zustand der “Mommy-Bubble” nicht so schnell wieder herstellen kann wie ich ihn gerade bräuchte, schreibe ich wenigstens darüber.

Drei Monate lang war ich einfach nur Mama. Morgens habe ich ewig lang im Bett mit dem kleinen Baby gekuschelt, irgendwann mal geduscht und nachmittags bin ich stundenlang spazieren gegangen. Wenn die Kleine schlief, las ich eine Zeitschrift oder ein Buch. Ich hatte keinerlei Uni-Verpflichtungen, ich musste nicht dringend irgendwohin, das Einzige was zählte war, dass ich mich und dieses kleine Wesen versorgte. Klar, fand ich es irgendwie unglaublich anstrengend aber irgendwie war es auch unglaublich befreiend sich einer Sache so vollkommen widmen zu können und nicht von einer Sache zur nächsten zu hetzen. Den ganzen Tag dachte ich an nichts anderes als an unser neues Leben mit dem Baby.

Auf einmal erschien mir alles irgendwie anders. Ich fand auch mich selbst anders. Nachrichten interessierten mich nicht mehr so. Kleinigkeiten, die mir vorher nicht aufgefallen waren, berühten mich plötzlich und andere Dinge waren mir auf einmal völlig egal. Ohne den lieben Mann hätte ich auch niemals die ganze Bürokratie, die nach so einer Geburt auf einen zurollt, überwunden.

Ich bemühte mich trotzdem oder gerade deswegen oft mich an mein altes “Ich” zu erinnern und die “Mommy-Bubble”, die ich mir aufgebaut hatte immer weiter auszudehnen. Irgendwann zersprag sie auch wieder, aber ich kann ehrlich gesagt nicht mal genau sagen wann. Nach drei Monaten stieg ich wieder ins Unigeschehen ein, hatte Kurse vorzubereiten und Texte zu lesen (was ich meistens während des Stillens erledigte). Parallel bereitete ich eine Hochzeit vor. Im jahr 2015 dann hatte der Mann Elternzeit und ich belegte mehr Kurse in dieser Zeit, um Studium und Kind besser vereinbaren zu können. Tja, und mitten drin in diesem Alltag bemerkte ich plötzlich, dass von meiner rosaroten glitzernden Seifenblase nicht mehr viel übrig war. Damals habe ich mich gefreut, denn irgendwie habe ich mich wieder mehr wie ich selbst gefühlt, weniger fremdbestimmt und ein bisschen unabhängiger. Heute finde ich es manchmal schade, dass die Blase zerplatzt ist, denn irgendwie war es eine schöne Zeit, in der der Krach der Großstadt etwas gedämpft, die Hektik des Alltags etwas weniger und das Rattern des Hamsterrads etwas leiser wurde.

xoxo

Motherhood has changed my perspective

FullSizeRenderIt all started when I was 21 years old and moving in with my boyfriend (now husband). When my mother frequently talked to me about my soon-to-be domestic life, I would tell her that I would never have dinner ready on the table when he got home because I’m an emancipated woman and don’t feel like that it is my duty or job to provide for my male counterpart in that way (also I was well aware that he had survived more than 10 years of living without someone cooking for him every night). Another point was that I didn’t even know how to cook. I had lived on my own for some time but lived on frozen pizza, various fast food restaurants and for a “healthy” meal I would go to the university dining hall.

Now 4 years later, I love to cook. Yet, I often fail to have dinner on the table come 7 o’clock because I have so many things on my various to-do lists. Nevertheless, I have come to love cooking for my family and cherish the time I get to spend with them at our cosy table. During my parental leave from work and school I would frequently try out new recipes and try to surprise myself and the husband (not always in a good way I must admit though).

When we were looking for a new and bigger apartment the past year(s), I frequently thought: “I never want to own or live in a house. It is simply too much stuff to take care of and too many new responsibilities and items on to-do lists.” Yet, having a toddler who loves to run around outside made me miss a small garden space in which she could roam about without me worrying about her running off or getting hit by a car. Less traffic noise that has come to bother me just recently (see what I mean, I’m getting old) would also be a plus.

We will probably not own a house for quite some time and I still think it would be a lot of work and am not sure if having a private outdoor play area is worth it, especially because Munich’s playgrounds and parks are always well-equipped, fenced and carefully taken care of.

Overall though I think, having a child changed a lot in me. It resulted in a change of perspective, priorities shift (suddenly it is not important to live in an area where the subway takes you home at 4 in the morning). Maybe I now embrace domesticity more, even though I still don’t believe in conventional gender roles of me cooking, washing, caring for everyone and the husband working and mowing the yard on weekends. Maybe it is also that we always have so much stuff to do that I’m just happy for the nice quiet moments we can share as a family (although Rosalie never really is quiet since she recently became a little chatterbox but I love that too).

xoxo

Gedanken zu #regrettingmotherhood

Heute war mal wieder einer dieser Tage, an denen das Kind schon vor zehn Uhr fünf Wutanfälle hatte und sich am Ende des Tages an der Supermarktkasse auf den Boden schmiss, während Mama, die versuchte das Kind zu ignorieren, der Kopf schmerzte. Heute gehe ich ins Bett und fühle mich wie ein Versager. Keiner meiner Rollen habe ich heute gut erfüllt: Ich war weder eine gute Studentin, noch eine gute Mutter oder eine gute Ehefrau. Ich habe das Kind mindestens einmal angeschrien und zweimal einfach ignoriert, ein paar Mal habe ich mir eine weit entfernte einsame Südsee-Insel gewünscht. Zu allem Übel stellten Kind und Mutter dann heute Abend auch noch fest, dass die Lieblingspuppe vom Fahrrad gefallen sein muss, weil Mama einfach keine Lust mehr hatte auf Diskussionen und das Kind die Puppe im Sitz festhalten durfte, was quasi dem „biggest mommy fail“ in den Augen des Kindes gleichkommen muss. Der glorreiche Tag gipfelte also in ehrlich traurigen Kindertränen und Mamas Beteuerungen, dass wir die Lotta schon wiederfinden würden (morgen früh rennt Mama also gleich zum Spielwarenladen und hofft, dass es dort noch eine Lotta gibt…).

Tage wie diese sind hart und heute habe ich immer wieder an die entfachte Diskussion um #regrettingmotherhood gedacht (Artikel in der Süddeutschen dazu hier). Zugegebenermaßen sind Aussagen wie: “Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, hätte ich keine Kinder” hart aber auch mehr als ehrlich. Diese 23 israelischen Mütter würden auf ihre Kinder verzichten, wenn sie könnten – ein Gefühl was für mich schwer nachvollziehbar ist. Schön finde ich aber die Ehrlichkeit, die durch die Diskussion ausgelöst wurde, denn wenn wir alle mal in uns rein schauen, wünschten sich die meisten wahrscheinlich manchmal, dass unsere Kinder woanders wären, nur nicht hier. Ich bereue nicht Mutter zu sein, doch manchmal wünschte ich wäre einfach wieder allein.

Ich gebe zu, ich habe mich naiv in das Abenteuer des Mutter-Seins gestürzt und das war bisher auch immer von Vorteil, aber damals lange bevor das Kind geboren wurde, dachte ich es wäre schön einen Teil von mir immer bei mir zu haben, jemanden zu haben der mich liebt, der sich auf mich verlässt, der mir voll und ganz vertraut, dem ich die Welt zeigen kann, den ich beschützen kann. Damals vor nicht allzu langer Zeit hatte ich keine Ahnung davon wie anstrengend das eigentlich ist jeden Tag Verantwortung zu tragen, jeden Tag immer auf alles zu achten seien es herannahende Autos, runtergefallene Puppen, drohende Wutanfälle, Regenjacken an regnerischen Tagen, Sonnenhüte an sonnigen Tagen, Strumpfhosen an kalten Tagen, Schwimmhosen an Schwimmtagen, ausreichend Flüssigkeit an Krankheitstagen, saubere Bettwäsche für die Krippe, neue Windeln in der Kommode…(– und dabei soll man sich selbst nicht vergessen und den Ehemann natürlich auch nicht und natürlich den Job nicht und in meinem Fall natürlich auch das Studium nicht).

Um an all diese Dinge denken zu können, erfährt eine Mutter (und heute hoffentlich auch oft der Vater) viele Entbehrungen. Ich bin Mitte 20 und während mein Facebookfeed voll ist von Freunden, die in den exotischsten Gegenden dieser Erde Abenteuer erleben, sitze ich hier und wische Rotznasen. Wer würde da nicht an solchen Tagen kurz davon träumen „was wäre wenn ich noch keine Mama wär“. Doch das ehrlich zu zugeben fällt schwer in einer Gesellschaft, die so viel von Müttern (und Vätern) erwartet.

Ich kenne Mamas die traurig sind ihr Kind morgens in die Kita zu bringen. Ich kenne Eltern, die sagen, dass ein Lächeln des Kindes alles wieder gut macht. Diese Tage und dieses Lächeln kenne ich auch, aber wenn ich ehrlich bin, heute war nicht so ein Tag und das ist auch okay so. Ich brauche auch mal eine Pause und ich bin auch nur ein Mensch und keineswegs perfekt. Dass ich heute einen schlechten Tag hatte, heißt keinesfalls, dass ich meine bewusste Entscheidung früh Mutter zu werden in irgendeiner Art und Weise rückgängig machen würde (im Gegensatz zu der Minderheit an 23 israelischen Frauen die im Rahmen der Studie von Orna Donath ihre Kinder am liebsten nicht bekommen hätten). Ich liebe meine Tochter mehr als alles andere auf der Welt und ich finde es okay wenn sie eine Mama hat, die ehrlich zu sich selbst ist und zugibt, dass Mutter-Sein nicht jeden Tag Zuckerwatte und Seifenblasen ist.

Diese Ehrlichkeit macht mich zu keiner „Rabenmutter“ (übrigens eine schlimme Kategorisierung der deutschen Gesellschaft, für die es meines Wissens nach im Englischen nicht mal einen adäquaten Ersatz gibt) und auch die 23 israelischen Frauen sollte man vielleicht nicht so verurteilen, denn nur weil sie es heute anders machen würden, heißt es nicht, dass sie sich nicht gut um ihre Kinder gekümmert haben/kümmern oder sie weniger lieben.

xoxo

The Balance Bicycle Drama

For quite a while Rosalie has been looking at the kids who already use a Balance Bicycle to go to the playground, to kindergarten or her swimming class, especially now that the weather is finally much nicer around here. Yet, I always thought she was still a little too young to be able to try a bigger version of her Puky Wutsch. However, she is as big as a two-year old and loves to climb, run or slide on the playground. Her abilities in that department improved quickly after she went to a daycare with at least six kids who are a year older than her.

I always thought the balance bicycle would be the perfect birthday gift for her second birthday but her grandma already got her a used one so since she has been complaining for some time now we decided to give it to her early. So grandma mailed the Hudora Joey (find a similar one here) to us and it arrived yesterday. The husband assembled it quickly and Rosalie was more than excited to try out “her bike” as she calls it. Once she sat on it, we realized, it was at least 5cm too high. We told her she had to wait a little longer and she was genuinely sad for over an hour and wouldn’t even look at her daddy (obviously it must be his fault that the bike is too big, after all he assembled it for her). We ended up hiding the bike so that she wouldn’t be reminded of it again…

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So now we have decided on selling the used bike and buy a different one, which is also much lighter to carry around (because who am I kidding she will ride it for 5, maybe 10 minutes in the beginning and then I have to carry it…). Pretty much every kid in Munich rides on the Puky LR M, so I wanted to get it but I didn’t know we had so many choices…

Yet, after reading a lot, I pretty much ended up with the Puky version again because it is the lightest to carry, it looks cute, you can buy a shoulder strap (so it’s easier to carry) and it has the best reviews. Also it looks the most comfortable to get on and off. To me the Kettler Speedy does not look as cute and even though it is cheaper and has good reviews as well, it is almost 1 Kilo heavier which makes a huge difference when you carry it around for some time. The Kokua LikeaBike Jumper looks the coolest, I think, but is just way too expensive for a ride that Rosalie will enjoy only a few short years until she gets a real bike (also it is very heavy). The weight is also important because the lighter the bike the easier it is for the kids to handle them and since Rosalie is a few months short of being two years old (which is the recommended age for riding a balance bicycle), I want it to be as easy as possible for her. For that reason we also decided to get the smallest version of the Puky, even though Rosalie would probably be tall enough to fit on the higher version. Now I just have to convince the husband to get it in pink 🙂

And here’s the one my mom got us:

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Laufrad Drama

Schon lange schaut Rosalie die Kinder, die mit dem Laufrad zum Spielplatz oder zum Spielplatz kommen neidisch an, vor allem jetzt da das Wetter endlich frühlingshaft wird. Ich wollte aber immer noch ein bisschen warten, weil ich dachte sie wäre noch etwas klein, da Laufräder erst ab einem Alter von 2 Jahren empfohlen werden. Sie fuhr auch immer gerne mit ihrem kleinen Puky Wutsch, doch inzwischen ist ihr das viel zu klein. Inzwischen ist sie auch so groß wie die meisten Zweijährigen und ist super geschickt was klettern und balancieren anbelangt. Ich bin mir sicher, dass sie so viel gelernt hat, liegt auch viel an den anderen Kindern in der Krippe, denn sechs von ihnen sind älter als sie und können dementsprechend auch einfach schon mehr.

Ich dachte halt wir würden ihr das Laufrad zum zweiten Geburtstag schenken. Ihre Oma hat nun aber durch Zufall ein Hudora Joey (ein Ähnliches gibt es hier) aus Holz erstanden. Da es bei ihr auf dem Dachboden rumstand, dachten wir “Na gut, dann lassen wir es schicken und probieren es aus”. Gesagt, getan. Als das Laufrad gestern ankam, war Rosalie mehr aus aufgeregt und konnte es kaum erwarten bis der Papa es zusammengebaut hatte. Dann setzten wir sie drauf und bemerkten, dass es mindestens noch 5 cm zu groß für sie ist. Als wir ihr sagten, sie müsse noch ein bisschen warten und wachsen, war sie wirklich wirklich traurig. Sie hat nicht direkt geweint aber man merkte ihr einfach an, dass sie sehr enttäuscht war. Mit Papa wollte sie die nächste Stunde nichts zu tun haben, der hatte es immerhin zusammengebaut also musste der auch Schuld sein, dass es zu groß war. Wir haben das Laufrad dann vorsichtshalber mal versteckt, damit sie nicht unnötig viel daran erinnert wird.

Nach dem Drama haben wir uns also entschieden das Holzrad zu verkaufen und dafür ein anderes zu kaufen, das auch viel einfacher und leichter ist herumzutragen, denn mal ehrlich sie wird am Anfang 100 Metere fahren und mich dann bitten es zu nehmen…

Viele Kinder hier in München haben das Puky LR M und das wollten wir auch aber ich wusste gar nicht, dass es überhaupt so viele Optionen gibt. Als ich ein bisschen rumgeschaut habe, merkte ich doch schnell, dass es eigentlich eine ganz gute Auswahl gibt. Am Ende landete ich dann aber doch wieder beim Puky. Es ist einfach das leichteste, es sieht süß aus, man kann einen passenden Tragegurt kaufen, es hat gute reviews und es hat einen tiefen, komfortablen Einstieg. Meines Erachtens sieht das Kettler Speedy nicht ganz so gut aus. Es hat zwar auch gute Bewrtungen und ist auch günstiger als das Puky aber ist halt auch 1 Kilo schwerer, was schon einen Unterschied macht, wenn man es tragen muss. Das Kokua LikeaBike Jumper sieht echt cool aus aber ist halt auch einfach sehr teuer dafür, dass Rosalie es vielleicht 1 bis 2 Jahre fahren wird, es hat auch keinen wirklich tiefen Einstieg und wiegt 6 Kilo, was mir deutlich zu schwer ist. Das Gewicht ist ja auch nicht nur entscheidend wenn ich es tragen muss, sondern auch in der Art und Weise wie Rosalie damit umgeht. Eigentlich empfehlen die Hersteller, dass man mit 2 mit dem Laufradfahren anfängt und Rosalie ist einfach noch sehr jung, weswegen sie ein leichtes, kleines Rad braucht, mit dem sie einfach umgehen kann, wenn es mal hinfällt. Deswegen haben wir uns auch für das LR M und nicht das LR 1 entschieden, auch wenn sie von der Körpergröße her wohl groß genug dafür wäre. Jetzt muss ich nur noch den Ehemann überzeugen, dass wir es nicht in rot sondern in pink kaufen 😉

xoxo